Agile Hierarchie – das Allheilmittel in der Softwareentwicklung?

Die Idee aller agilen Methoden wie Scrum, Design Thinking, Holokratie und ihre diversen Derivate, haben alle den Ansatz, dass Hierachien verschwinden und jeder Einzelne durch Partizipation stärker an der Gesamtentwicklung des Unternehmens teilnimmt. Dieses gemeinschaftliche Arbeiten fördert die Kreativität, die Motivation und die Selbstverantwortung. In der öffentlichen Berichterstattung entsteht der Eindruck, dass disruptive Technologien/Geschäftskonzepte nur in agilen Organisationen entstehen. Angespornt vom Erfolg von Google & Co kann es offensichtlich keine neuen Ideen geben, wenn nicht ein Tischfussball, ein Fitnessclub, bunte Möbel und Kinderrutschen zur Büroausstattung gehören. Ganz offensichtlich gehen die agilen Organisationen davon aus, dass Hierarchie Innovationen verhindert und neue Ideen nicht zulässt – oder diese zumindest zerredet.

Offensichtlich hatte Laurence J. Peter Recht mit seiner These, dass „in einer Hierarchie […] jeder Beschäftigte dazu neigt, bis zu seiner Stufe der Unfähigkeit aufzusteigen“. Peters These ist, dass jedes Mitglied einer ausreichend komplexen Hierarchie so lange befördert wird, bis es das Maß seiner absoluten Unfähigkeit erreicht hat, was in der Regel das persönliche Maximum der Karriereleiter markiert und weitere Beförderungen ausbleiben lässt. Peter: „Nach einer gewissen Zeit wird jede Position von einem Mitarbeiter besetzt, der unfähig ist, seine Aufgabe zu erfüllen“.

Oder vielleicht stimmt sogar das Dilbert-Prinzip. Gemäß diesem werden die unfähigsten Arbeiter systematisch ins Management versetzt, weil sie dort vermeintlich den geringsten Schaden anrichten. Dadurch verfügt diese Person im Management weder über die notwendigen sozialen Kompetenzen eines Managers, noch über die, für den geführten Bereich, notwendigen fachlichen Kenntnisse.

Anderseits scheint mir die Agilität einfach eine Anti-These zu sein zu den in den letzten Jahren populären klassischen Managementlehren, wie Management by Objectives (Führen durch Zielvereinbarungen) oder Management by Results und ähnlichen Methoden, in der die höhere Hierarchie der ihr Untergebenen vorschreibt resp. vorgibt, was sie von ihr erwartet. Die Schwierigkeit für den Vorgesetzten in den klassischen Managementlehren besteht natürlich darin, dass er exakt ermessen muss, was noch machbar ist, ohne dass es zu einfach ist, aber doch so anspruchsvoll, dass der Mitarbeiter gefordert ist. Das geht natürlich nur dann, wenn der Vorgesetzte das richtige Mass an Fach- und Sachverständnis für die Zielformulierung hat. Glaubt man das Peter-Prinzip, wird das im Wenigsten aller Fälle möglich sein.

So gesehen scheint die Anti-These „Agilität“ die richtige Antwort auf die klassischen Managementlehren und Führungskonzepte.

Wobei meiner Meinung nach bei der agilen Organisation massiv die Gefahr besteht, dass die Parkinsonschen Gesetze Anwendung finden.

Parkinson sagt im Grunde, dass in Ausschüssen die einfachsten Themen am ausführlichsten diskutiert werden, da davon die meisten Teilnehmer etwas verstehen. „Im Gesetz der Trivialität“ sagt er: „Die auf einen Tagesordnungspunkt verwendete Zeit ist umgekehrt proportional zu den jeweiligen Kosten“.

Was ich damit sagen möchte, trifft im Kern das, was Henry Ford über seine Kunden gesagt haben soll: „Wenn ich die Menschen gefragt hätte was sie wollen, hätten sie gesagt: schnellere Pferde!“

Interpolation des Bestehenden ist immer klarer und einfacher für einen druchschnittlichen Entscheider oder eine durchschnittliche Gruppe wie Disruption. Die Frage ist daher auch, was die Aufgabe der agilen Gruppe sein soll: Die Fortentwicklung oder etwas ganz Neues zu entdecken?

Die Komplexität der Themen aus wissenschaftlichen Erkenntnissen, gesetzlichen Rahmenbedingungen, Innovationskraft der Unternehmen und dadurch entstehenden Geschäftsmodellen, nimmt immer schneller zu. Produkte werden schneller ersetzt und Märkte verändern sich schneller und sprunghafter. Dieses Wissen in einer Person zu vereinen wird immer schwieriger.

Aber ich denke nicht, dass agile Organisationsformen zwangsläufig auch agiler auf Marktveränderungen reagieren werden.

Eine der ältesten funktionierenden Organisationsformen können wir im Handwerk sehen. Da gibt es Lehrlinge, Gehilfen, Facharbeiter und Meister. Eigentlich, auf den ersten Blick, klassisch hierarchisch. Allerdings mit dem Unterschied, dass die Gruppen in der Regel relativ klein sind und dass der Meister auch Vorarbeiter ist, in dem Sinne, dass er dem Facharbeiter zeigen kann, wie er seine Aufgabe besser macht. Der Facharbeiter wiederum kann es besser als der Gehilfe und der Gehilfe zeigt es dem Lehrling.

Die Hierarchie leitet sich, in diesem Beispiel, durch das Können ab, welches wahrnehmbar ist und täglich unter Beweis gestellt werden muss. Das ist für einen Lehrling und einen Gehilfen auch genau das Richtige. Sie wollen etwas lernen und sich weiterentwickeln. Hierzu benötigen sie ein Vorbild und konkrete Handlungsanweisungen, was sie wie besser oder anders machen können. Die Kritik vom Meister zeigt die zu bearbeitenden Schwachstellen und das Lob schafft Zufriedenheit.

Kennen Sie das nicht noch von sich selbst aus der Schule, vom Sport oder als Trainee, wie hilfreich für Ihre Entwicklung Vorbilder/Coaches/Vormacher sein können?

Wer soll daraus einen Nutzen ziehen, wenn man einen Bau-Facharbeiter mit zweijähriger Berufserfahrung in einen agilen Arbeitskreis entsendet, welcher das Ziel hat, die Projektierung und die Preiskalkulation einer Wohnbausiedlung durchzuführen, mit dem Thema „Urbane Vielfalt, neu definiert“?

Ich denke, man benötigt die agile und die hierarchische Organisation parallel.

Der Meister/der erfahrende Fachexperte sollte mit Seinesgleichen in einer agilen Organisation/in Gruppen arbeiten. Diese Personen haben das Wissen, das Können und die Erfahrung, mit Gleichgesinnten auf Augenhöhe Lösungen zu diskutieren.

Alle anderen sind in einer hierarchischen Organisation besser aufgehoben, in der die Personen mit Coaches und Vorgesetzten systematisch ausgebildet und weiterentwickelt werden.

Aber auch vom agilen Teil der Organsation darf man keine Wunder für eine sich verändernde Geschäftswelt erwarten. Meines Erachtens wird die lineare Fortentwicklung vom Bestehenden sicherlich besser funktionieren, als eine vollständige Neuentwicklung eines Geschäftsmodells oder eines Produktes. Die Gefahr, dass das „Gesetz der Trivialität“ sich auch bei agilen Teams einschleicht, bleibt. Fussballteams sind auch agil, aber nicht unfehlbar, es bleiben Menschen mit sozialen und individuellen Eigenheiten.

Man sollte darüber hinaus auch nicht den Fehler machen, den Meiser/Fachexperten zusätzlich mit klassischen Organisationsaufgaben zu belasten, die normalerweise Abteilungsleiter zu erledigen haben. Diese Aufgaben sollten die Abteilungsleiter weiterhin übernehmen, als “Assistent“ des Fachexperten. Die Mission dieser Manager sollte es sein, die Fachexperten mit allem Organsationsübermaß, wie Berichte und Spesenbelege u. Ä. zu entlasten, damit die Fachexperten möglichst optimal und ungestört in der agilen Organisation arbeiten können. Der Manager sollte hier assistieren und nicht den Fachexperten führen, weil er dazu fachlich nicht in der Lage ist. Sollte er dies doch können, ist er kein Manager, sondern ein Fachexperte und sollte somit auch in den agilen Teams mitarbeiten.

Das Vorgehen erinnert etwas an die „professionelle Bürokratie“/Expertenorganisation, wie man das von Rechtsanwaltskanzleien und Krankenhäusern kennt. Dort arbeiten die Experten weitgehend autonom und haben eine Supportmannschaft.

In unserem Konzept der „agilen Hierachie“ müssen die agilen Fachexperten – und nur diese arbeiten agil – sich mit den Scrum-/Teammitgliedern abstimmen und eine gemeinsame Lösung finden.

Nur für die Disruption benötigen sie den Chef. Einer muss den Kopf hinhalten, einer muss der Evangelist sein, und einer muss für eine Idee alles geben. Aber dieser tut gut daran, dies mit seinen Fachexperten zu diskutieren. Auf keinen Fall aber sollte er disruptive Ideen einem agilen Team zur Entscheidung vorlegen.

Multi GAAP 2.0 – Spitzname „Micky Maus Buchhaltung“

Konzerne, die in mehreren Ländern aktiv sind, benötigen zur Steuerung eine konzernweite, einheitliche Buchhaltung, haben jedoch die Gegebenheit, dass für jedes Land separate Buchhaltungsvorschriften zu erfüllen sind. Aber auch lokal tätige Unternehmen, die verpflichtend oder auf freiwilliger Basis ergänzend zu einer nationalen Rechnungslegung eine internationale Rechnungslegung haben, stehen vor der Frage: Welcher Lösungsansatz ist der optimale? Ein Superrechenkreis, der die Rechnungslegungen aller Länder vereint? Oder Adjustment Accounting, das einen gemeinsamen Kern für die Einzelabschlüsse in allen Ländern hat und nur die Abweichungen für das internationale GAAP separat bucht? Oder eine parallele Buchführung, die in jedem Land das nationale GAAP und das internationale GAAP vollständig separat bucht? In diesem Blog wird ein möglicher vierter Weg aufgezeigt: Multi GAAP 2.0 auch scherzhaft „Micky Maus Buchhaltung“ genannt.

In der Finanzbuchhaltung ist die Buchung von Geschäftsvorfällen auf Einzelgeschäftsebene üblich. Das stellt sicher, dass der Jahresabschluss transparent und uneingeschränkt nachvollziehbar ist. Darüber hinaus ermöglicht sie 360°-Analysen über das gesamte Portfolio und bildet die Grundlage für detaillierte Reportinganforderungen wie bei FINREP.

Dieses Verfahren zur einzelgeschäftsbasierten Buchhaltung lässt aber die Frage offen, wie ein Unternehmen, das auf Grund seines internationalen Engagements und/oder Verflechtung, mehrere Rechnungslegungsvorschriften bedienen muss, diese in der Finanzbuchhaltung optimal umsetzt.

Nachdem früher lediglich international aktive Unternehmen Rechnungslegungen nach mehreren lokalen, länderspezifischen Vorschriften bedienen mussten, benötigt heute auch ein Unternehmen, das lediglich lokal aktiv ist, Abschlüsse nach lokalem und internationalem Recht.

In beiden Fällen haben die Unternehmen in der Regel einen lokalen Rechenkreis (z. B. HGB oder UGB). Darauf aufbauend werden Adjustments für weitere Rechnungslegungen gebucht, beispielsweise für IFRS oder auch US-GAAP.

Adjustment Accouting setzt voraus, dass der bestehende, lokale Rechenkreis optimal angelegt und praktikabel ist. Ist diese Grundlage nicht gegeben, betreffen fehlerhafte Buchungen zwangsläufig auch die IFRS Rechnungslegung, was die Komplexität erhöht. Je komplexer die Strukturen werden, umso geringer werden Transparenz und Nachvollziehbarkeit. Gleichzeitig werden Prozessabhängigkeiten geschaffen, die kontraproduktiv zu einem „fast closure“ und einer effizienten Unterstützung bei der Steuerung des Unternehmens sind.

Besonders schwierig wird es dann, wenn Bewertung und Bewertungszeitpunkte zwischen den Rechnungslegungen voneinander abweichen und dies durch eine inkrementelle Ergänzungsbuchung abgebildet werden muss. Beispielsweise führen unterschiedliche Anforderungen an Zeitpunkt und Bemessung der Risikovorsorge oder die abweichende Interpretation ökonomischer Hedges als regulatorisch effektiv zu einer solchen Problemstellung.

Bereits bei einer vermeintlich einfachen Fragestellung, wie der Zeitpunkt der Vereinnahmung einer Gebühr – zum Beispiel bei Zahlung durch effektivzinsbasierte Amortisation oder bei linearer Verteilung – zeigt sich die Problematik von Transparenz und Komplexität. Bei der effektivzinsbasierten Amortisation nach IFRS 9 für die Periodisierung sind bestimmte Gebührenbestandteile über die Zinsperiode und andere über die Geschäftslaufzeit zu verteilen. Dies macht deutlich, dass schon die einfache Periodisierung einer Gebühr in zwei verschiedenen Rechnungslegungen durch die jeweils spezifischen Vorschriften eine Herausforderung für das Erstellen des Periodenabschlusses sein kann.

Diese Herausforderungen werden heute oftmals durch Annahmen und Vereinfachungen umgangen, aber nicht gelöst. Die angewendeten Methoden sind dann mit den Leitsätzen der Rechnungslegungsvorschriften nur schwierig in Einklang zu bringen und deren Fortbestand und Tolerierung durch die Wirtschaftsprüfer ist bereits jetzt absehbar zeitlich begrenzt.

Die parallele Buchhaltung als Alternative löst diese fachlichen Herausforderungen, indem alle zu buchenden Ereignisse mehrfach, also in jeder Rechnungslegung separat, gebucht werden. Allerdings geht dies zu Lasten neuer Probleme, da durch redundante Buchungen das gesamte Rechnungswerk aufgebläht wird. Speziell Stornierungen und Nachtragskorrekturen sind bei paralleler Buchhaltung sehr aufwendig und somit teuer.

Der Ansatz, alle Rechnungslegungsvorschriften in einen Superrechenkreis einfließen zu lassen, ist ebenfalls schwierig. Bei dieser Methode wird versucht, die Anforderungen der Finanzberichte aller im Unternehmen abzudeckender Rechenkreise in einem einzigen Rechenkreis abzubilden. Das führt dazu, dass der Kontenplan ausgesprochen fein zu gliedern ist („fat ledger approach“). Dennoch wird dieser Ansatz wie das Adjustment Accounting scheitern, sobald zu buchende Ereignisse zu unterschiedlichen Zeitpunkten in den jeweils abzudeckenden Rechnungslegungen ausgewiesen werden. Bei einfachen Geschäften, wo das buchhalterisch abzubildende Portfolio keine Risikovorsorge erforderlich macht, Sicherungsbeziehungen nicht regulatorisch abgebildet werden sollen und unterschiedliche Verfahren für die Periodisierung keine Rolle spielen, ist der Superrechenkreis eine mögliche Lösung. In allen anderen Fällen wird der Superrechenkreis äußerst unübersichtlich, aufwending und feingliedrig. Demnach kann dieser Ansatz eine kurzfristige Lösung sein, wird aber mittelfristig keinen Bestand haben.

Vor diesem Hintergrund der Schwächen der obengenannten Methoden, wurde das Verfahren „Multi GAAP 2.0“ konzipiert. Die grundlegende Idee ist die Differenzierung von GAAP-gleichen und GAAP-ungleichen Sachverhalten. In einem zentralen „Basis“-Rechenkreis werden exklusiv alle GAAP-gleichen Bewertungselemente transaktionsbasiert gebucht. Dies bildet den Kopf der Micky Maus. Bildlich gesehen schließen sich daran zwei Micky Maus Ohren an. Eins ist der Rechenkreis für die nationale Rechnungslegung, in der die GAAP-ungleichen Bewertungselemente nach lokalem Recht bewertet und gebucht werden. Das zweite Ohr stellt einen separaten Rechenkreis für jede zu buchende, internationale Rechnungslegung dar, in dem die GAAP-ungleichen Bewertungselemente nach internationalem Recht – zum Beispiel IFRS – bewertet und gebucht werden. Sollen mehrere Rechnungslegungsvorschriften bedient werden, so können diese beliebig als eigenständige Rechenkreise hinzugefügt werden.

Die folgende Abbildung stellt die „Micky Maus Buchhaltung“ grafisch dar und veranschaulicht die Verschmelzung der Rechenkreise.

Bilanz und GuV-Sichten für die einzelnen lokalen und internationalen Rechenkreise setzen sich dann jeweils aus dem Basis-Rechenkreis sowie dem betreffenden lokalen oder internationalen Rechenkreis zusammen, für den die Bilanz, die GuV oder der Finanzbericht erstellt werden soll. Auf diese Weise ist für GAAP-gleiche Sachverhalte gewährleistet, dass sie über alle Rechnungslegungen hinweg konsistent bewertet und genau einmal gebucht werden. Durch die Umsetzung von transaktionsbasierten, eventgesteuerten Buchungen ist in jedem Rechenkreis sowohl für die GAAP-gleichen als auch GAAP-ungleichen Bewertungselemente der Nachweis bis auf das Einzelgeschäft und seine Geschäftsvorfälle sowie die Bewertungsdetails möglich.

Dass die GAAP-gleichen Bewertungselemente dabei dem jeweiligen Rechenkreis lediglich „virtuell“ aus dem Basis-Rechenkreis hinzugefügt werden, bleibt dem Endanwender verborgen.

In Multi GAAP 2.0 nimmt der Anwender das Adjustment nicht wahr: Bilanz und GuV je GAAP setzen sich technisch aus den Konten des Basis-Rechenkreises und des jeweiligen auf eine bestimmte Rechnungslegungsvorschrift ausgerichteten, spezifischen Rechenkreis zusammen. Diese verschmelzen für die Betrachtung und Auswertung zu einer Gesamtheit. Jede Rechnungslegungsvorschrift ist damit zu jedem Zeitpunkt unabhängig von anderen Rechnungslegungsvorschriften, vollständig und für sich nachweisbar auf Ebene der Geschäftsvorfälle, Einzelgeschäfte und der zugrunde gelegten Bewertungsmethoden. Sofern der Rechenkreis für die GAAP-gleichen Sachverhalte einen vom Basis-Rechenkreis abweichenden Kontenplan erfordert, besteht die Möglichkeit, Bilanz und GuV durch ein Mapping auf Basis der Einzelgeschäfte umzusetzen.

Der Einsatz von Multi GAAP 2.0 ist universell und kann für einfache und komplexe, kleine und große Portfolien eingesetzt werden. Somit stellt sie den optimalen Lösungsansatz sowohl für national als auch international tätige Konzerne dar.

Autor: Dr. Karl Kirchgesser, Director, Executive Vice President bei FERNBACH

Erfolgreicher Omnichannel-Vertrieb im Kreditgeschäft im Zusammenspiel mit SAP-CML

Eine Beobachtung der Bankinstitute im deutschsprachigen Raum ab dem Jahr 2008 zeigt auf, dass ein Großteil der Banken ihren überwiegenden Anteil am Gesamtertrag nach wie vor aus den Zinserträgen erwirtschaftet. Die Diversifizierung ins Provisionsgeschäft wird vielfach angestrebt, ist jedoch bei volatilen Märkten schwer umsetzbar. Geplante Erweiterungen zur Ausweitung des Geschäftsvolumens wurden vielfach nicht vollumfänglich umgesetzt.

Im Kreditumfeld ergibt sich eine starke Konkurrenzsituation durch neue Player im Markt. Ein stagnierendes Marktumfeld in den Jahren seit 2008 erfordert einen Optimierungsdruck, um die angestrebten Margen zu erzielen. Dabei bleiben nur zwei Möglichkeiten:

  1. Kosteneinsparung durch Prozessoptimierung und/oder
  2. Ausweitung der Umsätze durch Diversifizierung im Vertrieb

Derzeit wird vielfach der Begriff des Omnichannel-Vertriebs verwendet. Darunter ist der Vertrieb über verschiedene Kanäle wie Filiale, Internet, mobil o. ä. bei Zugriff auf immer dieselbe Datenbasis zu verstehen. In diesem Zusammenhang wird zum Beispiel dem Kunden die Möglichkeit eingeräumt sich über ein Self-Service-Portal seinen Kredit selbst zu erstellen – mit allen Genehmigungs- und rechtlichen Notwendigkeiten im Hintergrund. Zum einen entsteht dadurch eine Entlastung der Filiale im Standardgeschäft, zum anderen möchte ein aktiver Kunde mit einer Bank auf dieser Augenhöhe agieren.

In den letzten Jahren sind umfangreiche Softwareprojekte, insbesondere im Bereich der Einführung moderner Kernbanksysteme erfolgt, wie z. B. SAP-Lösungen. Diese sind sinnvoll und haben den Grundstein für eine moderne Abwicklung von Prozessen gelegt. Jedoch haben diese Projekte, trotz des teilweise weitreichenden Umfangs, nicht zu einer direkten Optimierung der Vertriebsprozesse geführt.

FERNBACH geht in der Optimierung der Vertriebsprozesse einen etwas anderen Weg. Wir bieten ein modernes Front-Office-System mit Omnichannel-Vertriebsmöglichkeiten – das System ist in der Filiale, online, im Self-Service oder mobil nutzbar. Kreditprodukte können im System eingerichtet und Prozessmodelle abgebildet werden. Bei FERNBACH Lending werden die Daten so modular aufbereitet, dass zum einen eine bidirektionale Einbindung in das SAP-CML möglich ist, zum anderen aber auch Schnittstellen zu einer breiten Anzahl von Kernbanksystemen realisiert sind.

Damit kann eine Bank einen schnellen Erfolg in der Ertragsverbesserung im Kreditgeschäft erreichen ohne ihre bisherige Back-End-Systemlandschaft anpassen zu müssen. Die Erfahrung unserer Kunden besagt, dass sie mit der Einführung von FERNBACH Lending die Prozesskosten um ca. 50 Prozent verringern bei einer gleichzeitig höheren Qualität und Rechtssicherheit. Ein ROI innerhalb von 24 Monaten ist realistisch.

In den nächsten Monaten bietet FERNBACH eine Reihe von Webinaren an, um die verschiedenen Aspekte der Kreditsysteme und ihrer Konsequenzen aufzuzeigen.

http://fernbach.com/de/news-and-events/event-overview/

Autor: Jens H. Mackscheidt, Managing Director, Deutschland und Schweiz

IFRS: Herausforderung und Chance für Asiens Finanzbranche

Asien war in letzter Zeit aus gutem Grund ganz oben in den Finanznachrichten zu finden. Im Süden unterstützt die Asian Development Bank die Finanzbranche Sri Lankas bei der laufenden Umstellung auf IFRS als Standard für die Rechnungslegung. Diese Entwicklung wird zweifelsohne die Stellung des Landes auf den internationalen Kapitalmärkten stärken.
Ein Stück weiter im insularen Südostasien hat der Accounting Standards Council von Singapur bekannt gegeben, dass alle in Singapur an der Börse notierten Unternehmen „für Zeiträume ab dem 1. Januar 2018 ein neues, den IFRS entsprechendes Regelwerk für das Finanzreporting einsetzen müssen.“
Da ich seit beinahe zwei Jahrzehnten im Management eines führenden Anbieters von IFRS-Software tätig bin, der in drei Kontinenten, darunter Asien, vertreten ist, konnte ich die Ereignisse und Initiativen zur zunehmenden Verbreitung der IFRS an verschiedenen Standorten verfolgen.

Derzeit sind etwa zwei Drittel der 50 Staaten Asiens damit beschäftigt entweder ihre lokalen Reporting-Systeme zu optimieren oder haben den direkten Übergang zu international vergleichbaren Abschlüssen auf der Grundlage der Internation Financial Reporting Standards (IFRS) eingeleitet. In diesem Zusammenhang werden die mit diesen Änderungen verbundenen makroökonomischen Möglichkeiten betont und gleichzeitig die zahlreichen Herausforderungen auf Mikro-Ebene kontrovers diskutiert.

Natürlich bringt die Einführung der IFRS große Herausforderungen für die Banken mit sich. Neue Bewertungsmethoden müssen eingeführt werden, die derzeit in der Regel weder automatisiert noch in die Prozessabläufe integriert sind. Zusätzlich zu der erforderlichen technischen Integration dieser Methoden müssen auch die Auswirkungen auf die Organisation selbst berücksichtigt werden, da Finanzabteilungen und Risikomanagement dafür Sorge tragen müssen, dass konsistente Ergebnisse und eine stabile Basis für das integrierte Reporting zur Verfügung stehen. Dabei sollte man den Fokus nicht auf die Auswirkungen der extern gesteuerten und von den Zentralbanken vorgegebenen Anforderungen beschränken. Man verliert sonst leicht die Tatsache aus den Augen, dass die Umsetzung der IFRS auch Chancen für die Finanzinstitute bietet. In Abhängigkeit davon, wie die IFRS innerhalb der Organisation integriert werden, sorgen sie dafür, dass ökonomische Wahrheit, Business Value und Risiken besser in den Abschlüssen reflektiert werden. Von diesen Abschlüssen profitieren nicht nur externe Interessenten, sondern sie bieten auch Entscheidungsträgern innerhalb der Organisation wertvolle Informationen.

Die Umsetzung der IFRS bietet ein gute Gelegenheit, gängige Praktiken in der Rechnungslegung zu überprüfen. Verbunden mit der Einführung zusätzlicher Bewertungselemente in die Finanzberichterstattung entstehen neue Perspektiven für die Analyse und Bewertung der Geschäftstätigkeit. Dabei können Risiken einfacher erkannt und die Auswirkungen unter anderem auf die Liquidität transparenter gemacht werden. Alles in allem wird so eine stabile Entscheidungsbasis auf Grundlage eines integrierten Reporting-Ansatzes geschaffen. Dies führt letzlich zu einer Steigerung der Rentabilität. Genau diese Rentabilität ist der Motor einer florierenden Finanzindustrie.

Um dies zu ermöglichen müssen die IT-Abteilungen eine Schlüsselrolle einnehmen, da die Komplexität der Anforderungen und die Notwendigkeit multi-dimensionaler Aufschlüsselungen sowie die Nachvollziehbarkeit der Ergebnisse („Drilldown“) einen umfassenden Datenbestand erfordern. Künstliche Intelligenz ist dann am effektivsten, wenn sie mit einer kompetenten Benutzerschnittstelle kombiniert wird und das gilt auch für die Umsetzung von IFRS.
Die Entwicklungen in anderen Ländern haben gezeigt, dass die Arbeit der IT-Abteilungen eine entscheidende Rolle dabei spielt, inwieweit eine Organisation von den Vorteilen von IFRS profitieren kann. Langfristig gesehen erreichen Unternehmen, die die initialen Herausforderungen überwinden, eine unternehmensweite Konsistenz ihrer Finanzdaten und damit eine quantitativ und vor allem qualitativ deutlich verbesserte Entscheidungsgrundlage.

Die IFRS sind seit Jahren weltweit auf dem Vormarsch. Asiatische Länder haben den Vorteil von den internationalen Best Practices profitieren zu können, die auf den Erfahrungen der Erstandwender der Länder basieren, die IFRS schon seit vielen Jahren einsetzen.
Heute sind einsatzbereite und ausgereifte Lösungen erhältlich, die die Konformität mit den IFRS-Anforderungen sicherstellen und gleichzeitig dabei helfen bessere Geschäftsentscheidungen treffen zu können. Diese Lösungen müssen nicht zwangsläufig lokal bei der Bank installiert werden, sondern können als „Software as a Service (SaaS)“ geliefert werden. Dieser Ansatz stellt sicher, dass alle Marktteilnehmer an der Entwicklung partizipieren können und auch kostenbewusste Banken können ihre Produkte im schnelllebigen Finanzmarkt als vollständig IFRS-konform anbieten.

Die Umstellung auf IFRS erfordert eine gute Zusammenarbeit von Produktverantwortlichen, der Finanzabteilung, dem Risikomanagement und letzlich der IT, die neben der Funktion der Beretstellung der erforderlichen Datengrundlage auch die technische Unterstützung der Prozessabläufe übernimmt. Beispiele der Erstanwender zeigen dass die Implementierung häufig als „Flickwerk“ in bestehende heterogene Organisationsstrukturen geplant wurde. Statt einer einheitlichen und transparenten Lösung führt die Integration der IFRS-Anforderungen dann zu einer zusätzlichen Komplexität, die häufig zum scheitern der Projekte geführt hat.
Die IFRS sollten daher als die unternehmensweite Finanzlösung betrachtet werden und nicht als eine lediglich von den Zentralbanken eingeführte weitere Vorschrift. Nur dann kann die Einführung der IFRS sinnvoll zur Identifizierung, Minimierung und Überwachung der Risiken beitragen. Die Umstellung auf IFRS erfordert eine gute Vorbereitung und ist in der Regel mit einem länger währenden Lern- und Erfahrungsprozess im Unternehmen verbunden. Um diesen Prozess und gegebenenfalls damit verbundene Kosten abzukürzen oder gar zu vermeiden, empfiehlt es sich auf bereits bewährte Methoden zurückzugreifen. International tätige Anbieter bieten hier fertige Lösungspakete „out-of-the-box“ an. Diese Pakete beruhen auf Erfahrungen, die in Projekten in Ländern gemacht wurden, die bereits in der Vergangenheit auf IFRS umgestellt haben.
Statt zu einer zusätzlichen Hürde wird die Einführung der IFRS auf diese Weise zu einer Chance für die Finanzbranche in Asien Finanzinstitute hervorzubringen, die international in jeder Hinsicht wettbewerbsfähig sind.
* Dr. Karl Kirchgesser, Director, Executive Vice President bei FERNBACH

Finance, Risk & Compliance – FlexFinance ergänzt perfekt Ihr Kernbanksystem

FERNBACH bietet eine fertige Lösung out of the box für Finance, Risk & Compliance (FRC). FRC ist ein Management-Ansatz, der die wichtigsten Handlungsebenen eines Unternehmens gemeinsam in die Planung und Steuerung betriebswirtschaftlichen Handelns einbezieht. Dabei werden Geschäftsprozesse hinsichtlich ihres Erfolgsbeitrages und ihrer Risikotragfähigkeit sowie ihrer Konformität mit Unternehmenszielen und dem Aufsichtsrecht betrachtet.

Die Einbeziehung der Gewinnerzielungsabsicht als Triebfeder der Unternehmung unter gleichzeitiger Berücksichtigung weiterer Handlungsebenen sorgt dafür, dass Chance und Risiko betriebswirtschaftlichen Handelns gleichberechtigt nebeneinander in einem integrativen Management-Ansatz ausgewertet werden. Dadurch wird die Grundlage für eine nachhaltige Steigerung von Effizienz und Effektivität geschaffen.

Durch die obligatorische Berücksichtigung der Handlungsebene „Finance“ in den Management-Prozessen unterscheidet sich Finance, Risk and Compliance von dem Ansatz Governance, Risk and Compliance (http://de.wikipedia.org/wiki/Governance,_Risk_%26_Compliance)).

Handlungsebenen

FRC umfasst insgesamt die folgenden drei Handlungsebenen:

  1. Finance beschreibt die Auswirkungen des unternehmerischen Handelns auf die Profitabilität und den Gewinn und damit die Kernmotivation des betrieblichen Handelns. Inhaltlich zählen zu Finance insbesondere die Themenbereiche Investition, Finanzierung, Kosten- und Leistungsrechnung.
  2. Risk beschreibt die potenziellen Gefahren des unternehmerischen Handelns im Hinblick auf das eingesetzte Kapital. Der integrative Ansatz gewährleistet, dass die Auswirkungen betriebswirtschaftlichen Handelns auf die Risikotragfähigkeit des Unternehmens berücksichtigt wird.
  3. Compliance: Erfüllung interner und gesetzlicher Anforderungen. Dazu gehören im Bereich Finance z. B. die Anforderungen der GAAP wie IAS/IFRS, im Bereich Risk die Anforderungen an die Eigenkapitalunterlegung. Diese Anforderungen können von nationalen Aufsichtsbehörden oder durch internationale Standards vorgegeben werden. Im Bereich Finance bilden IAS/IFRS einen Standard, der definiert wie die Bezugsgrößen zu ermitteln sind. Darauf aufbauend beschreiben die von der Europäischen Bankenaufsichtsbehörde definierten Standards die Berichtsform (Berichtspositionen, Layout) für das Financial Reporting (FINREP).

Die Bezeichnung Finance, Risk und Compliance berücksichtigt die logische Abfolge der Handlungsebenen, die vom integrativen Ansatz bei der Bewertung von Geschäftsprozessen parallel berücksichtigt werden.

Ableitung der Managementstrategie aus allen drei Handlungsebenen
Aus dem Blickwinkel der Betriebswirtschaftslehre ist ein Betrieb eine systemunabhängige Wirtschaftseinheit, die das Ziel der Fremdbedarfsdeckung verfolgt und – in der Regel – an der Gewinnerzielungsabsicht ausgerichtet ist. Den auf die Fremdbedarfsdeckung und auf die Gewinnerzielung ausgerichteten Geschäftsprozessen stehen aus betriebswirtschaftlicher Sicht verschiedene Handlungsebenen gegenüber.

Diese in Finance, Risk und Compliance unter der Handlungsebene „Finance“ zusammengefassten Dimensionen beinhalten Themen wie

  • Investition,
  • Finanzierung,
  • Kosten- und Leistungsrechnung,
  • Buchhaltung

sowie im weiteren Sinne auch

  • Organisation,
  • Personalwesen oder
  • Marketing.

Eine integrative Strategie für das Management ist nur dann erfolgreich, wenn die Handlungsebene „Finance“ gemeinsam mit den Handlungsebenen Risk und Compliance betrachtet wird. Die Identifizierung von Risiken und deren Quantifizierung hinsichtlich potenzieller Auswirkungen auf das für die Unternehmung eingesetzte Kapital reicht für eine erfolgreiche Unternehmensführung nicht aus. Eine isolierte Betrachtung der Risiko-Tragfähigkeit führt tendenziell zu einem risikoaversen Verhalten. Erst die Erweiterung um die Berücksichtigung des wirtschaftlichen Erfolgsbeitrages eines Geschäftsprozesses ermöglicht die gebotene Abwägung von Chance und Risiko betriebswirtschaftlichen Handelns.

Praktische Umsetzung
Die Lösung für Finance, Risk and Compliance, FlexFinance, ergänzt perfekt Ihr Kernbanksystem. Es organisiert Ihre gesamte historische Periodenführung und hält die historischen Datenbestände über Jahre hinweg. Sämtliches Wochen-, Monats- und Quartalsreporting wird archiviert. Die Daten und Berichte stehen somit jederzeit für Vergleiche und historische Analysen zur Verfügung.

Bestandteil von FlexFinance ist eine Bibliothek mit hunderten von fertigen Berichten. Sie müssen die Funktionen in FlexFinance, die Sie benötigen, nicht einschalten, sondern schalten einfach die aus, die Sie nicht benutzen möchten. Das spart enorme Kosten bei der Implementierung. Die Lösung können Sie im Rechenzentrum bei uns oder einem unserer Partner nutzen (Saas/ASP). Gerne bieten wir Ihnen auch die klassische Inhouse-Installation an.

FlexFinance unterstützt Multi-Accounting, IFRS, gesetzliches Meldewesen, Basel 2, Basel 3, Zinsänderungsmanagement (ALM), Kreditrisiko und Marktrisiko sowie Kostenrechnung und FTP. Eine Workbench für Modelle und Simulationen und eine Bibliothek für KPIs runden unser Angebot ab.

Die Anwendung verfügt über einen Autopilot, der den kompletten Betrieb steuert und so Ihren TCO (Total Cost of Ownership) reduziert. Ihre Standardarbeiten im Alltag werden automatisiert und Sie gewinnen Zeit für zusätzliche Anfragen und Anforderungen.